Migration ist integraler Bestandteil der europäischen Geschichte und ein wichtiger Bereich der gegenwärtigen Realität. Europäische Bürgerinnen und Bürger emigrieren aus und innerhalb Europas, und zur gleichen Zeit kommen Migranten und Flüchtlinge aus anderen Teilen der Welt nach Europa, um hier ein neues Leben zu beginnen. Mit der Ansiedelung der Neuankömmlinge und der schon länger ansässigen Menschen in Europa sind zweifellos Herausforderungen verbunden, aber diese Menschen tragen auch viel zu Europas wirtschaftlichem Wohlergehen bei und bereichern seine vielfältigen Kulturen.
Der Schutz der Menschenrechte, die Integration von Migranten und Flüchtlingen und die Wertschätzung kultureller Vielfalt gehören zu Europas Traditionen. Doch diese Traditionen sind gegenwärtig unter Druck. Aufgrund ihrer Berufung sind Kirchen in einer guten Position, gegenseitiges Verständnis und Akzeptanz zwischen verschiedenen Gemeinschaften zu fördern und sich aktiv daran zu beteiligen, eine gerechte Gesellschaft mit kultureller, ethnischer und religiöser Vielfalt zu errichten.
Der Amsterdamer Vertrag, der 1999 in Kraft trat, hat den europäischen Institutionen beträchtliche Befugnisse übertragen, zu Einwanderung und damit verwandten Fragen wie Integration von Migranten und ethnischen Minderheiten tätig zu werden. Darüberhinaus erhielten die europäischen Institutionen die Zuständigkeit, Maßnahmen gegen Diskriminierung aufgrund von Rasse oder ethnischer Abstammung und Religion zu ergreifen. Diese E
Die Kommission der Kirchen für Migranten in Europa (CCME), 1964 gegründet, ist eine Organisation von Kirchen und ökumenischen Kirchenräten aus Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien und Irland, Italien, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Rumänien, Schweiz, Schweden, Spanien und der Tschechischen Republik. Kontakte bestehen zum Ökumenischen Patriarchat (Brüssel/Istanbul) und zu kirchlichen Partnern in Dänemark und Russland.
Die Generalversammlung von CCME entschied im Oktober 1999 in Järvenpää/Finnland
gemeinsam mit der Konferenz Europäischer Kirchen und dem Ökumenischen Rat der
Kirchen, das Mandat auszuweiten und den ganzen Bereich von Migration und Integration,
Flucht und Asyl, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu bearbeiten. Die
Generalversammlung nahm zugleich vier neue Mitglieder aus den oben genannten Ländern
auf.
CCME ist Teil eines größeren ökumenischen Netzes des Ökumenischen Rates der Kirchen
und der Konferenz Europäischer Kirchen. Sie arbeitet mit Nichtregierungsorganisationen
europaweit zusammen und begründete das „Migration News Sheet" und die „Migration Policy
Group".
CCME hat offiziellen Beobachterstatus beim Europarat in Straßburg/Frankreich und nimmt
als Beobachter am Migrationsausschuss des Ministerrates teil. Darüberhinaus hält die CCME
regelmäßigen Kontakt zur Europäischen Kommission und zum Europäischen Parlament.
Damit kann die CCME die Europapolitik in Fragen von Migration, Integration und Asyl
beobachten und die Interessen der Kirchen bei den relevanten Institutionen vorbringen.
CCME befürwortet die Annahme und Umsetzung internationaler Standards wie die
Europäische Sozialcharta, die Europäische Konvention für den Schutz des legalen Status
von Wanderarbeitnehmenden und die UN Konvention für den Schutz der Rechte aller
Arbeitsmigranten und ihrer Familienmitglieder. Die CCME hat auch spezifische Vorschläge
zur Annahme einer europäischen Einwanderungspolitik und für die Gleichbehandlung von
europäischen Bürgern und Drittstaatsangehörigen gemacht.
Auftrag der Kommission
Die Kommission kooperiert mit ihren Mitgliedern, Mitgliedskirchen und mit den
Organisationen, die mit dem Ökumenischen Rat der Kirchen (in Europa) und der Konferenz
der Europäischen Kirchen verbunden sind, sowie mit anderen ökumenischen oder kirchlichen
Einrichtungen, die in diesem Bereich arbeiten. Sie hält Kontakt mit Behörden, internationalen
Organisationen, Gewerkschaften, Arbeitgeberverbänden und Zusammenschlüssen von
Migranten, Flüchtlingen und ethnischen Minderheiten.
Die Kommission koordiniert parallele Bemühungen und Initiativen von Kirchen und anderen
Vereinigungen in ihrem Themenbereich und verfasst gemeinsame europäisch-ökumenische
Stellungnahmen zu diesen Themen.
Sie fördert das Bewusstsein für die Probleme von Rassismus und
Fremdenfeindlichkeit in den Kirchen und in der Gesellschaft; sie führt Studien zur
Situation von Migranten, Flüchtlingen und ethnischen Minderheiten auf lokaler, nationaler
und internationaler Ebene durch.
Die Kommission repräsentiert ihre Mitglieder in internationalen Organisationen und Organen
wie denen der EU, dem Europarat, der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in
Europa, sowie auf Tagungen und Konferenzen zu wichtigen Themen.
Sie organisiert Konsultationen, um die Zusammenarbeit zwischen Mitglieds- und
Nichtmitgliedskirchen sowie zwischen Kirchen und anderen Einrichtungen zu fördern. In
Absprache mit den beteiligten Kirchen legt sie Projekte und Programme, z.B. Schulung und
Kapazitätsförderung, fest und hilft den Kirchen, sie umzusetzen oder selbst auszuführen.
Die Kommission ermöglicht und setzt sich ein für die Verteilung und den Austausch von
Informationen und Erfahrungen und das Teilen von Ressourcen; sie stellt die Koordination
für Finanzierung in diesem Bereich sicher.