CONFERENCE OF EUROPEAN CHURCHES
CONFERENCE DES EGLISES EUROPEENNES
KONFERENZ EUROPAEISCHER KIRCHEN


Plenary 2 "Introduction to the process"
Martin Affolderbach

Wir haben gestern abend bei der ersten Plenarsitzung bereits einige Beiträge gehört, die uns in unsere gemeinsame Arbeit hineingeführt haben. Keith Clements hat die Vorgeschichte und die Funktion dieses Forums aus der Perspektive von CEC dargestellt.

Keith Jenkins hat die aktuellen politischen und zeitgeschichtlichen Herausforderungen skizziert, die für unsere Arbeit von großer Bedeutung sind.

Eva-Sibylle Vogel-Mfato und Margarita Neliubova haben die Erfahrungen aus der diakonischen Zusammenarbeit, den wichtigen Meilenstein der Konferenz 1994 in Bratislawa und die wichtigen aktuellen Themen der letzten Jahre beschrieben.

Wir wollen nun den Blick auf unsere Zusammenarbeit hier bei diesem Europäischen Diakonie-Forum richten. Die Vorbereitungsgruppe hat mich gebeten, Sie mit dem Programm, dem Ablauf und der Arbeitsmethodik unserer Konferenz vertraut zu machen.

Es wurde bereits gestern erwähnt, dass vier europäische ökumenische Organisationen zu dieser Konferenz eingeladen haben. Diese Konferenz hat den Charakter eines „runden Tisches", an dem möglichst viele Akteure im Bereich der diakonischen Arbeitsfelder- auf lokaler, nationaler und europäischer Ebene - beteiligt sein sollten. Wie Keith Clements gestern abend betonte, soll mit diesem „Forum" keine neue Organisation geschaffen werden. Jedoch ist dieses Forum auf Fortsetzung angelegt. Die inhaltlichen Fragen und die gemeinsamen Aufgaben sollen im Vordergrund stehen, Strukturen und Organisationsformen sind dem nachgeordnet.

Die Vorbereitungsgruppe hat vier Ziele für diese Konferenz formuliert - und Sie werden sehen, dass diese vier Schritte an mehreren Stellen als methodisches Prinzip wiederkehren. Das erste Ziel ist, Erfahrungen auszutauschen und von den Einsichten und der Praxis der anderen zu lernen.

Als zweites geht es um ein theologisches Nachdenken über diese Herausforderungen und den Auftrag der Diakonie als einem lebendigen Zeugnis kirchlichen Handelns.

Das vierte Ziel ist die gemeinsame Ausarbeitung von Visionen und Strategien, um die Zusammenarbeit vor allem auf europäischer Ebene zu stärken.

Wenn Sie das Programm zur Hand nehmen, werden Sie sehen, dass diese Ziele - nicht ganz genau, sondern in leichter Abwandlung - in den Titelzeilen für die einzelnen Tage wiederkehren :

Welches sind nun die wichtigsten aktuellen Herausforderungen, denen sich diakonisches Handeln heute stellen muss ? Die Vorbereitungsgruppe hat vier Themen herausgearbeitet, die Sie im Programm für den heutigen Tag finden :

Thema 1 : Wert bzw. Werte von Arbeit und Beschäftigung
Thema 2 : Migration und Mobilität in einem neuen Europa
Thema 3 : Beständige Gemeinschaften aufbauen
Thema 4 : Auf der Suche nach der Qualität des Lebens

Zu diesen vier Themenberichten finden Sie in Ihrer Tagungsmappe jeweils ein Arbeitspapier in der Sprachen, die Sie bei der Anmeldung angegeben haben. Falls Sie schon Zeit hatten, diese Papiere anzusehen, werden Sie feststellen, dass sie sich an den eben beschriebenen vier Schritten orientieren, nämlich erstens Erfahrungen, zweitens Analysen, drittens theologische und sozial-ethische Reflexionen und viertens Visionen und Strategien.

Die vier Themenbereiche werden heute im Plenum vorgestellt, und zwar jeweils durch eine kurze Einführung in das jeweilige Thema und eine Geschichte aus dem Alltag der diakonischen Arbeit. Wir haben entschieden, diese großen Themen in Arbeitsgruppen zu behandeln. Sie sollten sich für eine Arbeitsgruppe entscheiden und dieser während der Konferenz auch treu bleiben. Sie hatten ja gestern Abend schon die Gelegenheit, sich in die Liste für die Arbeitsgruppen einzutragen. Wir sagen gleich noch mehr zu den Arbeitsgruppen.

Wir haben uns für den Ablauf dieser Konferenz einen wechselnden Rhythmus von Plenum und Arbeitsgruppen überlegt. Nach diesem Plenum kommen die Arbeitsgruppen zu ihrer ersten Sitzung zusammen, um sich lediglich untereinander vorzustellen und persönlich bekannt zu machen. Wir kommen dann im Plenum wieder zusammen, um die Impulse für die vier Themenberichte zu hören. Die Arbeitsgruppen haben heute Nachmittag Zeit, um das jeweilige Thema unter den Stichworten Erfahrungen und Analysen zu diskutieren.

Morgen früh kommen wir dann wieder im Plenum zusammen, um Beiträge zur theologischen Reflexion zu hören, die anschließend in den Gruppen im Hinblick auf das jeweilige Gruppenthema diskutiert werden. In gleicher Weise gibt es einen Input im Plenum zur Zusammenarbeit von Diakonie und anderen Gruppen der Zivilgesellschaft und daran anschließen Gruppenarbeit. Ebenso einen Plenumsbeitrag zur Frage von Diakonie, Staat und Gesellschaft mit anschließender Gruppenarbeit.

Die thematischen Arbeitsgruppen erhalten also immer wieder gemeinsame Impulse im Plenum, um die Schritte voranzuschreiten, die ich anfangs genannt habe. Es ist wie ein Ein- und Ausatmen, das uns auf einer gemeinsamen Wegstrecke begleitet.

Wir haben als Ziel nicht vor, eine Bratislawa Deklaration Nr. 2 zu verabschieden. Wir möchten jedoch einige Ergebnisse unserer Arbeit festhalten und wo möglich auch Perspektiven der weiteren Zusammenarbeit absprechen. Jede Gruppe hat eine(n )Berichterstatterin/Berichterstatter (Rapporteur). Es wäre schön, wenn sich die Berichte aus den Gruppen, die wir in dem abschließenden Plenum präsentieren möchten, auch in etwa an den genannten Schritten orientieren, also etwas zu den Erfahrungen, den Analysen, zu theologischen und ethischen Einsichten und zu Strategien sagen könnten.

Die Morgen- und Abendandachten und die Gottesdienste sollen ein integrierter Bestandteil unserer gemeinsamen Arbeit sein, nämlich die Gewissheit von Gottes Geleit für unsere Arbeit, biblische und theologische Orientierung und spirituelle und verbindende Gemeinschaft untereinander.

Um den Charakter des Forums und der gemeinschaftlichen Arbeit zu unterstreichen, haben wir viele von Ihnen um eine Mitwirkung gebeten : vor allem als Moderatoren im Plenum oder den Arbeitsgruppen, als Referenten im Plenum oder als Fachleute oder Berichterstatter in den Arbeitsgruppen. Wir hoffen, dass bei der Verteilung der Arbeit auf viele Schultern und bei der Struktur des Programmes der „rote Faden" nicht verloren geht. Wir wollen versuchen, uns ab und zu zwischendurch zu vergewissern, an welchem Punkt unserer gemeinsamen Wegstrecke wir angekommen sind.

Neben der Arbeit wird auch Zeit für Entspannung und Geselligkeit sein. Jarmo wird sicherlich dazu an geeigneter Stelle noch das Notwendige sagen. Ich möchte die Vorstellung des Programms damit abschließen und die Möglichkeit zu Rückfragen geben, bevor wir dann Weiteres zur Aufteilung und Arbeit der Gruppen sagen werden.