CONFERENCE OF EUROPEAN CHURCHES
CONFERENCE DES EGLISES EUROPEENNES
KONFERENZ EUROPAEISCHER KIRCHEN


MITTEILUNGEN



PRESSEERKLÄRUNG Nr. 5

Metropolit Daniel: Die Anwesenheit der Heiligen Trinität in der Kirche leben

Strassburg, 20. April 2001 - „Jesus Christus - Ebenbild des unsichtbaren Gottes offenbart im Heiligen Geist", war das Thema des Referates, das heute morgen an der Europäischen Ökumenischen Begegnung von Metropolit Daniel Ciobotea von Iasi (Rumänien)gehalten wurde, einem Mitglied des Zentralkomitees und des Präsidiums der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK). Metropolit Daniels Rede war ein Beitrag im Rahmen von Überlegungen zur persönlichen und gemeinschaftlichen Dimension der Gotteserfahrung, die heute morgen mit einer Meditation von Bischof Finn Wagle von Nidaros (Trondheim), Norwegen über die nach Emmaus gehenden Jünger begann.

Metropolit Daniel erläuterte die trinitarische Dimension von Gottes Anwesenheit in der Schöpfung, der menschlichen Existenz und in der Kirche. Der auferstandene Gott ist aufgefahren in den Himmel nicht um uns im Stich zu lassen, sonder im Gegenteil, um mit uns zu sein und in uns zu bleiben. „Der Auferstandene ist Pilger mit uns", betonte er, oft ohne dass wir es oft wissen...Der Geist des auferstandenen Christus hilft uns das Unsichtbare zu sehen", in Frieden und Einheit mit anderen zu leben; „die Schöpfung nicht wie eine zu ergreifende Beute zu sehen, sondern wie ein Geschenk, eine zu teilende Eucharistie ... im Antlitz jedes Menschen eine Ikone Christi zu sehen .... Im Lichte von Ostern und in der Kraft von Pfingsten", so fügte er hinzu, müssen die Kirchen Europas heute den gekreuzigten, auferstandenen und verherrlichten Christus bekennen, den Sieg der Heiligkeit über die Sünde, den Sieg der Liebe über den Hass, den Sieg des Friedens über die Gewalt, den Sieg der Gerechtigkeit über die Ungerechtigkeit, den Sieg des Lichts über die Finsternis, auf dass die Welt die Freude des Reiches Gottes empfängt".

Angesprochen auf das Thema der Einheit der Christen an der sich unmittelbar nach seiner Rede ansschliessenden Pressekonferenz - zusammen mit Kardinal Karl Lehmann (Deutschland) und der Lutherischen Pastorin Elfriede Dörr (Rumänien) - unterstrich Metropolit Daniel, dass kein Einheitsmodell ein absolutes werden darf. „Jesus Christus hat uns kein menschliches Einheitsmodel, sondern nur ein göttliches hinterlassen, „eins zu sein wie Ich und der Vater eins sind", so Metropolit Daniel. Der Heilige Geist inspiriert uns, neue Modelle von Einheit nach Christi zu schaffen und hilft uns, Christi Antlitz im Antlitz des Anderen, so auch der anderen Kirchen zu erkennen. Wenn jedermann Christus, seinen Nachbarn und die anderen Kirchen liebt, wird das richtige Modell von Einheit auch kommen". Der orthodoxe Kirchenführer betonte des weiteren die Tatsache, dass die Unterzeichnung der Charta Oecumenica, die am Sonntag morgen stattfinden wird, nicht als das Ende, sondern vielmehr als der Beginn eines neuen Prozesses der Rezeption und vor allem der praktischen Implementation zu verstehen ist. Kardinal Lehmann unterstrich darüber hinaus zugleich die Notwendigkeit, einen weiten Rezeptionsprozess in Gang zu setzen und sprach die Vermutung aus, dass dann der jetzt vorliegende Text in einigen Jahren im Lichte dieser Erfahrungen möglicherweise noch überarbeitet werden könnte. Pastorin Elfriede Dörr drückte bei dieser Gelegenheit die Hoffnung aus, dass die jüngere Generation auch weiterhin in den Prozess der Rezeption und Implementation der Charta Oecumenica miteinbezogen bleibt, wie es hier in Strassburg geschehen ist.