Strassburg, 20. April 2001 - „Wie beschreibe ich die Bedeutung Jesu Christi für mein persönliches Leben und für meine Arbeit?" Diese Frage stand im Mittelpunkt der Versammlung der Delegierten der Europäischen Ökumenischen Begegnung am Freitagnachmittag im Europarat.
Vlad Namescu (Rumänien), John Murry (Mitarbeiter des Europarats aus England), Julia Kokoshari (Albanien), Kardinal Roger Etchegaray (Frankreich/Vatikan), Rev. Margarethe Isberg (Schweden), Frère Luc (Frankreich) und Dr. Michael Wenninger (Berater der Europäischen Kommission aus Österreich) gaben persönliche Zeugnisse von ihrem Glaubensweg und ihren Glaubenserfahrungen:
Vlad Namescu hat den Glauben durch die Begegnung mit vielen Menschen und deren Glaubenszeugnis im täglichen Leben kennengelernt und ein Paar abgetragene Sandalen als Symbol für seine persönliche Christus-Beziehung mitgebracht. John Murry hilft der Glaube, das Scheitern und Zurückbleiben hinter den eigenen Idealen zu ertragen im Wissen, dass er in Christus Vergebung erfährt. Sein Christus-Symbol ist ein Bildband über Sinti und Roma in Europa, weil er bei der Arbeit mit ihnen Christus besonders erlebt habe. Julia Kokoshari erzählt eine Geschichte, in der Christus im hilfsbedürftigen Nächsten erscheint und bringt eine Ikone als Zeichen ihres Glaubens mit. Kardinal Etchegary hat erfahren, dass es immer Gott ist, der den ersten Schritt tut und betont die befreiende Kraft des Evangeliums, die jede Angst nimmt. Sein Symbol ist das Kreuz, das er vor 32 Jahren bei seine Bischofsweihe empfangen hat. Für Rev. Isberg ist der gefüllte Wasserkrug das treffenste Symbol für Christus: das Wasser des Lebens und der Erneuerung. Frère Luc aus der Gemeinschaft von Taize möchte den Jugendlichen seine Erfahrung weitergeben, dass Gott seine Liebe nie zurückzieht und bringt als Symbole eine Christusikone. Dr. Michael Wenninger erhält die Kraft für seine politische Arbeit in vielen Krisengebieten aus dem Wissen, dass für Christen hinter der Realität des Karfreitags die siegreiche Botschaft des Ostersonntag steht.
Zuvor hatte Bruno Haller, Generalsekretär der Parlamentarischen Versammlung des Europarats, in seiner Begrüßungsansprache betont, dass der Europarat und die Kirchen viele gemeinsame Werte und Ziele hätten. Die Verteidigung der Menschenrechte, der Kampf gegen Folter und Todesstrafe, der Schutz von Minderheiten seien wichtige Aufgaben des 1949 gegründeten Europarats, dem derzeit 43 Mitgliedstaaten angehören.