MITTEILUNGEN
Caritas Europa
CCME
Kommission der Kirchen für Migranten in Europa
COMECE
Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft
ICMC
Internationale Katholische Kommission für Migration
Justice and Peace
Konferenz der Europäischen Justitia et Pax Kommissionen
JRS
Flüchtlingsdienst der Jesuiten - Europa
QCEA
Quaker Rat für Europaangelegenheiten
Brüssel, 28. Mai 2001
KIRCHEN: EU SOLL LEGALE
EINWANDERUNGSMÖGLICHKEITEN SCHAFFEN UND
SCHUTZSUCHENDE AUFNEHMEN
Sieben kirchliche Organisationen haben heute die Pläne der
Europäischen Kommission begrüßt, legale Möglichkeiten der
Einwanderung für Arbeitskräfte zu schaffen. Sie unterstreichen die
Notwendigkeit, Europa zu einer aufnahmebereiten Gesellschaft mit
einer humanen und kohärenten Einwanderungspolitik zu machen. Die
Äußerungen der Kirchen sind Teil zweier ausführlicher Stellungnahmen
zu den Plänen für eine harmonisierte Asyl- und Einwanderungspolitik
der EU, die die Europäische Kommission im vergangenen November
vorgelegt hatte.
Die Würde von Menschen ohne Aufenthaltsstatus wahren
Nach den kirchlichen Organisationen soll sich die EU auch mit der
Frage irregulärer Einwanderer befassen, die sich bereits jetzt in den
Mitgliedstaaten aufhalten. „Wer auf legitime Weise sein Recht
wahrnimmt, nach besseren Lebensbedingungen zu suchen, darf nicht
allein deshalb als kriminell angesehen werden", so die Kirchen. Sie
rufen die EU-Mitgliedstaaten auf, Migranten unabhängig von ihrem
Status Unterstützung zu gewähren. Häufig könnten diese ihre
Grundrechte nicht wahrnehmen und seien in hohem Maße von Ausbeutung
bedroht. „Die Menschenwürde ist zu wahren und zu schützen, unabhängig
davon, mit welchem Aufenthaltsstatus jemand hier ist. Dafür treten
die Kirchen in der Gesellschaft ein, und dazu rufen sie auch die EU
und ihre Mitgliedstaaten auf".
Kandidatenländer in die Migrationsdebatte einbeziehen
Hinsichtlich der Länder Mittel- und Osteuropas, die sich auf den EU-Beitritt vorbereiten, weisen die Organisationen darauf hin, dass die
mögliche Ost-West-Migration in einer erweiterten Union in der Debatte
häufig übertrieben dargestellt wird. Die Kandidatenländer seien
selbst mit dem Problem des Bevölkerungsrückgangs konfrontiert Sie
sollten weitmöglichst in den Planungsprozess für die zukünftige
Migrationspolitik einbezogen werden.
Legale Zugangsmöglichkeiten für Schutzsuchende schaffen
Die Kirchen betonen, dass Menschen, die zur Flucht gezwungen sind,
weil ihnen in ihrer Heimat Verfolgung droht, der Zugang zu einem Land
offenstehen muss, in dem sie Asyl beantragen können. Die kirchlichen
Organisationen warnen, Maßnahmen zur Bekämpfung illegaler
Einwanderung, wie z. B. Strafen für Fluglinien, die Menschen ohne
gültige Papiere transportieren, bürgen das Risiko, dass diese in
Gefahrsituationen zurückgeschickt würden. Niemand, der bei der Flucht
an einen sicheren Ort Hilfe leistet, sollte dafür eine Strafe
riskieren.
Qualität der Entscheidungsfindung verbessern
Die sieben christlichen Organisationen unterstützen die Anregung der
Europäischen Kommission, einheitliche, schnelle und hochwertige
Asylverfahren zu schaffen. Sie drücken ihre Besorgnis darüber aus,
dass aktuelle Mängel in den Verfahren dazu führen, dass tatsächlich
Schutzbedürftige mitunter nicht als solche anerkannt werden. „Das
Prinzip des Flüchtlingsschutzes ist nicht verhandelbar",
unterstreichen die Kirchen. „Niemand darf in eine Situation
zurückgeschickt werden, in der ihm Verfolgung droht".
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