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PRESSECOMMUNIQUÉ

Die Europäischen Kirchen gehen zusammen weiter

Mit einem ökumenischen Gebet in der Betlehem Kapelle von Prag endete das jährliche Treffen des Gemeinsamen Komitees des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) und der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK). Ungefähr 100 Kirchenvertreter waren anwesend. Richtlinien für die Zusammenarbeit zwischen CCEE und KEK wurden von Miloslav Kardinal Vlk, Präsident von CCEE und Metropolit Jérémie, Präsident von KEK, unterschrieben. Sie sind das Ergebnis jahrzehntelanger konkreter und gemeinsamer Erfahrung und Diskussion innerhalb des Gemeinsamen Komitees: „In dieser Zeit des Übergangs zu einem neuen Jahrtausend in der christlichen Geschichte sind sich KEK und CCEE ihrer Verantwortung bewusst, dem Prozess der Versöhnung unter den Kirchen auf die sichtbare Einheit hin zu dienen, sich in der Verkündigung des Evangeliums in Europa zum gemeinsamen Zeugnis zusammenzuschliessen und nach Wegen der Zusammenarbeit im sozialen und kulturellen Leben zu streben".

In der Zukunft wird sich die Zusammenarbeit hauptsächlich auf zwei Projekte konzentrieren:

1. Das Europäische Ökumenische Treffen, welches im April 2001 in Griechenland stattfinden wird. 200 Teilnehmer der Kirchen Europas werden erwartet. Jugendliche, Kirchenleitende Persönlichkeiten und Bischöfe werden zu Beginn des dritten Jahrtausends über das Thema „Ich bin immer bei euch bis ans Ende der Zeiten" (Mt. 28,20) reflektieren, beten und Erfahrungen austauschen. Das Planungskomitee unter der Moderation von Bischof Virgil Bercea (Rumänien) und Rev. Ruth Rohrandt (Deutschland) wird die Vorbereitungen fur das Gemeinsame Komitee weiterführen.

2. Die „Charta Oecumenica für die Zusammenarbeit der Kirchen in Europa" wurde während des Treffens des Gemeinsamen Komitees ausführlich diskutiert. Es folgte eine Berichterstattung über die Aktivitäten bezüglich der Charta Oecumenica auf lokaler Ebene. Daraus ging hervor, dass viele Lokalkirchen und Bischofskonferenzen Treffen und Studiengruppen organisieren. Weiters besteht der starke Wunsch, dass dieses Dokument die Gelegenheit zu weiteren Schritten im ökumenischen Dialog und der Zusammenarbeit bieten möge. Das Komitee brachte große Wertschätzung dieser intensiven Arbeit und Verpflichtung dem Projekt gegenüber zum Ausdruck. Das Gemeinsame Komitee ermutigte alle Gemeinden den Entwurf zu besprechen und ihm die Reaktionen mitzuteilen. Die Charta wird beim Europäischen Ökumenischen Treffen im April 2001 offiziell unterschrieben werden.

Während des Treffens wurde auch ein Bericht über das KEK-CCEE Komitee zum Islam in Europa erstattet. Die Empfehlung wurde gemacht, weiterhin Wege des Zusammentreffens und des Dialogs mit den Muslimischen Gemeinden in Europa zu suchen.

Ausführlich wurde über die Sichtbare Einheit der Kirche und ihren Beitrag zur Einheit Europas diskutiert. Eingeleitet wurde die Diskussion von Bischof Karl Lehmann (Deutschland) und Metropolit Daniel (Rumänien). Auf dem Weg zur Europäischen Einheit haben die Kirchen viel zu bieten durch immer engere Formen ihrer Zusammenarbeit.

Gastgeber des Treffens war Kardinal Vlk, Erzbischof von Prag. Die Mitglieder des Komitees brachten ihre Wertschätzung für die freundliche Aufnahme im Erzbischöflichen Palais zum Ausdruck.

Prag, am 6. 2. 2000