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Pressemitteilung Nr. 08-71/ge

Genf, 19. Dezember 2008



KEK drängt politische Institutionen zum Schutz eines christlichen Klosters in der Türkei

Die Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) bittet die europäischen Institutionen, sich für den Schutz des syrisch-orthodoxen Klosters Mor Gabriel in der Türkei einzusetzen. Sie fordert die türkische Regierung auf, die Enteignung des Klosters und seines Landbesitzes zu verhindern und das Recht auf freie Religionsausübung im Kloster zu respektieren. KEK kritisiert, dass der mangelnde rechtliche Schutz der christlichen Kirchen in der Türkei zu ihrer fortdauernden Benachteiligung führt.

Das Kloster Mor Gabriel ist eines der ältesten aktiven christlichen Klöster weltweit. Es wurde im Jahr 397 n. Chr. gegründet und liegt in der Region Tur Abdin im Südosten der Türkei. Das Kloster gehört der Syrisch-Orthodoxen Kirchen und untersteht der Leitung von Erzbischof Timotheos Samuel Aktas. Im Kloster leben zur Zeit rund 60 Mönche, Nonnen und Internatsschüler, die die umliegenden Schulen besuchen. Jedes Jahr besuchen rund 70.000 Gäste das Kloster.

Seit dem Sommer erhält KEK Berichte über die Besetzung von Grundstücken, die zum Kloster gehören, durch kurdische und arabische Dörfer in der Nachbarschaft. Eine derzeit in der Region durchgeführte Kataster-Erfassung berücksichtigt die historischen Besitzrechte des Klosters nicht und gefährdet dadurch den Fortbestand des Klosters. Darüber hinaus wird den Bewohnern des Klosters vorgeworfen, mit ihrer religiösen Praxis gegen die nationalen Gesetze der Türkei zu verstossen. Diese Vorwürfe werden von Seiten des Klosters zurück gewiesen.

Eine Entscheidung über die Vorwürfe gegen das Kloster will das zuständige Gericht im Dezember oder Januar fällen. Als Gerichtstermine wurden der 19. und 31. Dezember 2008 sowie der 16. Januar 2009 angesetzt.

„Die Konferenz Europäischer Kirchen ist sehr besorgt über die Bedrohung des Fortbestands des Klosters durch diese Vorgänge“, sagte Pfr. Rüdiger Noll, Direktor der Kommission für Kirche und Gesellschaft und Assoziierter Generalsekretär der KEK. „KEK bittet die politisch Verantwortlichen, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um den Fortbestand des Klosters zu schützen“.

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Die Konferenz Europäischer Kirchen ist eine Gemeinschaft von 120 orthodoxen, protestantischen, anglikanischen und alt-katholischen Kirchen aus aller Teilen Europas, sowie 40 assoziierten Organisationen. Sie wurde 1959 gegründet und hat Büros in Genf, Brüssel und Strassburg.

Für weitere Informationen:
Luca M. Negro
Tel. +41 22 791 64 85 - +41 78 870 81 17
E-mail: Luca.Negro@cec-kek.org